zurück

Rassismus und Antisemitismus

Reichsparteitags-Teilnehmer vor einem Stand der antisemitischen Hetzschrift "Der Stürmer", 1934.

Der Antisemitismus hat eine lange Tradition. Er ist nicht auf Deutschland beschränkt, doch wird der Judenhass hier vom Nationalsozialismus radikalisiert, durch schlagkräftige Parolen populär gemacht und – erstmalig in der Geschichte – zur Staatsaufgabe erhoben.

Der Rassismus, ein ideologisches Abfallprodukt der naturwissenschaftlichen Welterklärung, teilt die Menschen in verschiedenwertige, "schöpferische und zerstörerische" Rassen. Er verbindet damit die Vorstellung, dass Menschen, Völker und Rassen naturgesetzlich in einem unaufhörlichen Überlebenskampf stehen, in dem das "Schwache" und "Kranke" durch das "Starke" und "Gesunde" vernichtet wird.

Die Juden gelten in diesem Denken als Volk von Parasiten, das die "hochwertigen" Völker von innen her zu zerstören sucht. Nach der Oktoberrevolution von 1917 in Rußland kam der Gedanke hinzu, dass der Bolschewismus ein Instrument des jüdischen Kampfes um die Weltherrschaft sei: Der "jüdisch-bolschewistische Weltfeind" war geboren.

Opfer rassistischer Verfolgung werden im "Dritten Reich" nicht nur Juden, sondern auch Sinti und Roma. Der Rassismus richtet sich aber auch gegen die "eigene Rasse":  Als minderwertig eingestuftes Erbgut soll aus dem "Erbstrom" des deutschen Volkes ausgeschieden,  sogenanntes lebensunwertes Leben vernichtet werden.

Der Krieg beseitigt schließlich alle Hemmungen gegenüber einer "biologischen" Lösung vermeintlicher biologischer Probleme. Begrenzte Mordaktionen gehen in "Ausrottungs"-Kampagnen über und diese – im Herbst 1941 – in den systematischen Völkermord.

Weiterlesen: "Nürnberger Gesetze"

Zurück zur Übersichtsseite "Rassismus und Antisemitismus"