Der Zeitzeuge Herbert Kolb, geboren 1922 in Nürnberg |
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Der Zeitzeuge Herbert Kolb wurde 1922 in Nürnberg geboren und ist der einzige Überlebende einer großen jüdischen Familie. Alle seine Vorfahren stammten aus verschiedenen kleinen Ortschaften in der näheren Umgebung der Stadt.
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Sein Vater Bernhard Kolb war 1882 in Sugenheim geboren worden. Während des Ersten Weltkriegs wurde er verwundet; drei seiner Brüder fielen an verschiedenen Kriegsschauplätzen. Nach Kriegsende heiratete er 1920. Im Jahr 1922 wurde sein Sohn Herbert, 1923 seine Tochter Erna geboren. Im gleichen Jahr wurde Bernhard Geschäftsführer der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Als Sekretär der Gemeinde musste er von 1933 bis zu seiner Deportation in das KZ Theresienstadt 1943 fast täglich bei der Gestapo erscheinen.
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In der Schoa wurde sein letzter noch lebenden Bruder Hugo, seine Schwester Babette mit ihren Familien, seine Tochter Erna sowie deren Gatte Julius Neuberger und deren Kind getötet.
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Nach der Befreiung im Mai 1945 wanderte die Familie Kolb 1947 mittellos in die USA aus. Die Eltern kauften dort mit der Unterstützung einer jüdischen Hilfsorganisation eine kleine Hühnerfarm. Herbert fand schließlich eine Anstellung als Grafiker. Als solcher arbeitete er bis zu seiner Pensionierung bei verschiedenen Werbeagenturen. 1950 heiratete er Laure Wildmann. Er hat drei Kinder und fünf Enkel.
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